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	<title>Kommentare zu: &#8220;Ich glaube, die Medien, Romane, Film, die Kunst allgemein haben uns in dieser Hinsicht fehlgeleitet, aus irgendeinem &#8230;</title>
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	<description>Die persönliche Zitatesammlung</description>
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		<title>Von: Jonathan B.</title>
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		<dc:creator>Jonathan B.</dc:creator>
		<pubDate>Wed, 03 Feb 2010 20:09:24 +0000</pubDate>
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		<description>Das ist sehr befreiend! Ich muss bei diesem Zitat an ein Interview mit dem bekannten Paartherapeuten Arnold Retzer denken, dass ich vor ein paar Monaten in der Weltwoche gelesen habe. Das Stichwort &quot;Terror des Solls&quot; ist mir dabei sehr h&#228;ngengeblieben.
Hier ein Ausschnitt aus dem Interview (Weltwoche Nr. 36.09):
 
&lt;blockquote&gt;Weltwoche: Ihr Buch heisst „Lob der Vernunftehe“. Sind viele Eheleute unvern&#252;nftig?
Retzer: Manche, ja; viele, nein. Ich frage die Paare, die zu mir kommen, jeweils: „Wie stellt ihr eure Probleme selbst her?“ Ich gehe nicht davon aus, dass die einfach so &#252;ber einen kommen. Unvern&#252;nftig ist es etwa, sehr viele Erwartungen, Vorstellungen und Ziele in eine Ehe hineinzulegen. Damit erh&#246;ht sich die M&#246;glichkeit des Scheiterns.
Weltwoche: Welche Erwartungen?
Retzer: Die Leute wollen beispielsweise gl&#252;cklich werden. Das ist einer der K&#246;nigswege, um ungl&#252;cklich zu sein. Wobei: „Wollen“, ist zu harmlos formuliert. Die Leute glauben, sie sollten gl&#252;cklich sein. Sie sollten die absolut erf&#252;llende Sexualit&#228;t haben, sie sollten den Partner richtig sehen, sie sollten auftauchende Probleme l&#246;sen.
(...)
Weltwoche: Sie schreiben, ein Rezept f&#252;r eine gute Ehe sei, den Soll-Zustand auf das Niveau des Ist-Zustands herunterzuschrauben. Das hat etwas Resignatives.
Retzer: Ich verwende den Begriff der „resignativen Reife“. Der Begriff Resignation hat in den letzten 200 Jahren eine Bedeutungswandel durchgemacht. Er kommt aus dem Lateinischen und bedetuet „zur&#252;ckgeben“, „re-signare“, und meinte ein bestimmtes Amt zur&#252;ckgeben oder niederlegen. Seit der Aufkl&#228;rung und der Franz&#246;sischen Revolution steht der Fortschritt im Vordergrund. „Resignare“ t&#246;nte nach „sich dem Fortschritt in den Weg stellen“, und das ist etwas Negatives. Ich glaube, dass der Fortschritt, auch in der Ehe, begrenzt ist. Es ist eine Gef&#228;hrdung der Lebensqualit&#228;t, wenn man versucht, den Ist-Wert auf den Soll-Wert hochzufahren. Das kann &#252;berfordern und zu viel Energie verschlingen. Hier hilft es, die Einstellung zu &#228;ndern und aus dem Terror des Solls herauszukommen.&lt;/blockquote&gt;</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Das ist sehr befreiend! Ich muss bei diesem Zitat an ein Interview mit dem bekannten Paartherapeuten Arnold Retzer denken, dass ich vor ein paar Monaten in der Weltwoche gelesen habe. Das Stichwort &#8220;Terror des Solls&#8221; ist mir dabei sehr h&#228;ngengeblieben.<br />
Hier ein Ausschnitt aus dem Interview (Weltwoche Nr. 36.09):</p>
<blockquote><p>Weltwoche: Ihr Buch heisst „Lob der Vernunftehe“. Sind viele Eheleute unvern&#252;nftig?<br />
Retzer: Manche, ja; viele, nein. Ich frage die Paare, die zu mir kommen, jeweils: „Wie stellt ihr eure Probleme selbst her?“ Ich gehe nicht davon aus, dass die einfach so &#252;ber einen kommen. Unvern&#252;nftig ist es etwa, sehr viele Erwartungen, Vorstellungen und Ziele in eine Ehe hineinzulegen. Damit erh&#246;ht sich die M&#246;glichkeit des Scheiterns.<br />
Weltwoche: Welche Erwartungen?<br />
Retzer: Die Leute wollen beispielsweise gl&#252;cklich werden. Das ist einer der K&#246;nigswege, um ungl&#252;cklich zu sein. Wobei: „Wollen“, ist zu harmlos formuliert. Die Leute glauben, sie sollten gl&#252;cklich sein. Sie sollten die absolut erf&#252;llende Sexualit&#228;t haben, sie sollten den Partner richtig sehen, sie sollten auftauchende Probleme l&#246;sen.<br />
(&#8230;)<br />
Weltwoche: Sie schreiben, ein Rezept f&#252;r eine gute Ehe sei, den Soll-Zustand auf das Niveau des Ist-Zustands herunterzuschrauben. Das hat etwas Resignatives.<br />
Retzer: Ich verwende den Begriff der „resignativen Reife“. Der Begriff Resignation hat in den letzten 200 Jahren eine Bedeutungswandel durchgemacht. Er kommt aus dem Lateinischen und bedetuet „zur&#252;ckgeben“, „re-signare“, und meinte ein bestimmtes Amt zur&#252;ckgeben oder niederlegen. Seit der Aufkl&#228;rung und der Franz&#246;sischen Revolution steht der Fortschritt im Vordergrund. „Resignare“ t&#246;nte nach „sich dem Fortschritt in den Weg stellen“, und das ist etwas Negatives. Ich glaube, dass der Fortschritt, auch in der Ehe, begrenzt ist. Es ist eine Gef&#228;hrdung der Lebensqualit&#228;t, wenn man versucht, den Ist-Wert auf den Soll-Wert hochzufahren. Das kann &#252;berfordern und zu viel Energie verschlingen. Hier hilft es, die Einstellung zu &#228;ndern und aus dem Terror des Solls herauszukommen.</p></blockquote>
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