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  • 19:38 | 10. Februar 2010 | # | 3 Kommentare

    “Es gibt auch in der Kirche Zustände, die nicht mehr evolutionär gebessert, sondern nur revolutionär gelöst werden können.”

    Autor:

     

Kommentare

  • Jonathan B. 00:01 | 11. Februar 2010 | #

    Superspannend! Tönt zwar nach “Schwert” im umfassenden Sinn, wenn er Revolution sagt, was ich total ablehnen würde. Revolution müssen wir vom Kreuz her verstehen.

  • Reiner B. 00:13 | 11. Februar 2010 | #

    ;-) “vom Kreuz her verstehen” ist so eine richtig guteobersupergeistlichabstraktenichtkonkreteundnichtgreifbare Formulierung ;-) )
    Wie würdest Du das “vom Kreuz her” verstehen? Zumal ja auch die “evolutionär bessernden” Bemühungen “vom Kreuz her” verstanden werden müßten – wobei das ja nichts gefruchtet hat (gemäß dem Autor)

  • Jonathan B. 16:52 | 12. Februar 2010 | #

    ;) schon ziemlich slangy, hast recht.
    Aber das Ganze ist recht einfach (theoretisch :-) ).

    Der Kreuzestod von Jesus zeigte die grösste Liebe: das Leben hingeben für andere. Damit ist es nicht einfach zum Zeichen des Todes für unsere Schuld – sondern auch die grösste Offenbarung der Liebe.
    Als Leib Christi sind wir dazu berufen seine Liebe zu replizieren, in sein Liebes-Wesen zu kommen (Gottebenbildlichkeit), welches nirgendwo so stark offenbart wird, wie am Kreuz. Die Schrift sagt uns, dass niemand mehr liebt. So ist christliche Liebe in ganz besonderer Weise vom Kreuz her zu verstehen. Das “Kreuz” war ein physisches Kreuz, aber ich glaube es symbolisiert weit mehr, insofern es dem ganzen Leben Jesu die Krone aufsetzt, und wir ihn imitieren sollen, was unser Hauptauftrag ist. Das Kreuz steht nicht im Widerspruch zu seinem Leben, sondern er kam um zu dienen, nicht sich dienen zu lassen. Hier kommt die Macht ins Spiel und damit die Revolution.

    Jesus hat uns gesagt, wer das Schwert braucht, wird durch das Schwert umkommen. Damit hat er gleichnishaft die Mächte der Welt verurteilt, alle menschliche und unsichtbare Macht, die durch das Schwert Macht zu gewinnen sucht. “Schwert” steht sicher für das physische Schwert, aber ich würde meinen, dass damit ebenso (charismatisch gesprochen:) der “Geist des Schwerts” gemeint ist, alle Methoden auf andere Macht auszuüben neben der Liebe vorbei (die unübertrefflich im Kreuz symbolisiert ist). Auch wenn wir nicht so selbstlos wie Jesus sein können, auch wenn sein Beispiel für uns unerreichbar bleibt, sollen wir den Auftrag ihm gleichzuwerden, ihn zu imitieren annehmen und nicht schwach werden darin, nicht der Versuchung erliegen davon wegzugehen. Veränderung, Umwälzung, Revolution, Etablierung des Reiches Gottes auf dieser Welt gedenkt Jesus, durch uns, seinen Leib, nicht mit dem Schwert zu bewerkstelligen. Sein Reich gleicht einem Senfkorn, etwas äusserlich schwaches, fragiles, das (in diesem Bild eher evolutionär) heranwächst indem es in der Kraft des Geistes Jesu, die Liebe Jesu im Leben repliziert, das Reich predigt, seine Taten tut, aber sich wenns soweit kommt auch anspucken, auspeitschen und sogar töten lässt und nicht der Versuchung erliegt (Mt 4,8ff), das Schwert zu nehmen und ein billiger Abklatsch, eine Kopie der Reiche dieser Welt zu werden (seit Konstantin so geschehen). Als solches verändert es Herzen, ist unzerstörbar, opponiert ein Leben der Unterdrückung, der “power over”-Strukturen (vom beziehungsmässigen Mikro- bis Makrokosmos) durch ein Leben der imitatio Christi. Der Geist ist uns hierzu gegeben. Diese Liebe ist insofern revolutionär, als sie die Mächte der Welt und deren Machtstrategien völlig durchbricht, ihnen Kohlen auf dem Haupt sammelt, durch die unübertreffliche Liebe und so ihre Vergänglichkeit entblösst, währenddem die Kirche ewiges Leben vorlebt, weil sie aus der Auferstehung lebt, die auf das Kreuz folgte.
    Das ist gleichzeitig evolutionär und revolutionär. Ich würde in Bezug auf das Zitat meinen, dass es problematisch wird, sobald die Kirche diese revolutionäre Macht verliert.

    Um Missverständnissen vorzubeugen: Die Liebe des Kreuzes ist nicht einfach falsch *lieb, lieb*, sondern bedeutet auch die geistigen Händler aus unserem Bethaus zu kippen, geistliche Gewalt auszuüben auf geistlicher Ebene. Wo immer wir gegen Fleisch und Blut kämpfen sind wir falsch. In der Kirche sollen wir einander das Mandat geben, damit dieser Prozess vorwärts geht und das Reich Gottes mitten unter uns und um uns herum gedeiht und wächst.

    Viva la revolution! ;)

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